Man verrät nicht alles

Online Marketing ist sehr stark Know-How getrieben. Entsprechend gibt es eine Vielzahl sowohl eigener Projekte, wie auch einige interessante Kundenaufträge. Dort steckt neben einer Menge Arbeit auch der ein oder andere Kniff und Wirkungsmechanismus drin. Nun, andere Leute werden für Vorträge zum Online Marketing bezahlt oder agieren als Autoren mit dem entsprechenden Multiplikatoreffekt. Um es ganz klar zu sagen: jedem, der in dieser Branche unterwegs ist, gönne ich den Erfolg seiner Arbeit und seiner Erfahrung.

Nicht breittreten, klein und fein zum Kundennutzen

Es tut aber nicht not, auf großen Plattformen – und nichts anderes sind Konferenzen, Fachartikel oder in Diskussionsforen – ein breites Publikum übermäßig schlau zu machen. Fairer und vor allem viel effizienter ist der Gedanken- und Technikaustausch im kleinen Kreis. Erfahrene Kollegen sprechen über die neuesten Trends oder berichten von aktuellen Erfahrungen. Logisch ist, dass man hierbei nicht mit dem Wissen der anderen hausieren geht, sondern es dezent für eigene Projekte oder Kundenprojekte einsetzt. Immerhin hängt an so manchem Verfahren eine Menge Arbeitsleistung und die wird aus Gründen der Kollegialität eben nicht an der Öffentlichkeit breit getreten.

Wer hat also etwas von dieser partiellen Verschwiegenheit? Nun, zunächst einmal die Online Marketer selbst. Es ist ganz klar ein Wettbewerbsvorsprung, der durch aktuelles Wissen und hochwertige Fertigkeiten ausgeprägt ist. Wem man vertrauen kann, entscheidet über die Art des Informationsflusses. Das ist auch nicht anders als etwa in der Industrie. Volkswagen wäre sehr unverantwortlich, wenn dort die neuesten Forschungsergebnisse aus dem Motorenbau jedem als Download oder Blaupause zur Verfügung ständen. Die Kunden der Online Marketer haben natürlich auch einen Nachteil, wenn die Ergebnisse so mancher kleiner Runde einfach für jeden im Web abrufbar wären.

Offenheit und Geschäftskultur

Vielfach liest man über den Begriff der Offenheit und dem Ideal einer allgemeinen Informationsversorgung. Entsprechend oft wird die Herausgabe von Wissen postuliert, oft als Teil der Netzkultur. Interessanterweise postulieren aber oft genau die Personen, welche sich einen möglichst hohen Profit versprechen oder im Teilbereich ihrer Branche das Butterbrot nicht durch direkte Arbeit im Online Marketing verdienen. In so fern bin ich extrem vorsichtig bei der Informationsversorgung für die breite Öffentlichkeit. Nicht aus Neid, wahrlich nicht. Nur aus einer gesunden Vorsicht heraus, was den Schutz des eigenen Know-Hows und dem Kundeninteresse dient.

Klingt etwas selbstsüchtig, ist es aber nicht. Schon zu Zeiten der seligen OMD in Düsseldorf haben sich Onliner im kleinen Kreis getroffen und Brancheninfos sowie SEO-Techniken ausgetauscht. Wie bei einer Mitbring-Party hat jeder ein paar Highlights berichtet und im Gegenzug dafür interessante Informationen erhalten. Total fair und übrigens auf einem angenehm hohen Level. Für den Rest gibt es Konferenzen oder einschlägige Foren.

Man verrät nicht alles
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