Google – oder nicht oder doch?

Zurzeit tobt eine Meinungsschlacht, was die Zukunft der Neukundengewinnung im Internet sowie der Absatzmöglichkeiten angeht. Klar, Google ist in vielen Bereichen noch der Platzhirsch. Aber nicht für alle Zielgruppen. Und wo die Reise hin geht, weiß auch gerade keiner so richtig genau. Deswegen wird munter gemutmaßt. Und oft spielt auch die eigene Propaganda eine erhebliche Rolle.

Also, mal einfach betrachtet. Wer etwas sucht, fragt oft direkt Google. Diese Nutzer kann man mit Adwords oder SEO und noch ein paar weiteren Mechanismen zu Kunden machen. Ähnliches gilt für Bing. Genau so gut können sich Entscheider in bestimmten Foren bewegen, beispielsweise in Fachgruppen der großen sozialen Netze oder auf hoch spezialisierten Communities aufhalten. Dann gibt es noch die Verkaufsplattformen, Preisvergleiche und zig andere Möglichkeiten. Oder wie wärs mit Instagram und Pinterest als Alternativen?

Zielgruppe, Zielgruppe Zielgruppe!

Entscheidend ist, an die Zielgruppe heran zu kommen. Und dort mit einer recht hohen Abschlusswahrscheinlichkeit zu punkten.

Wenn eine Community einen exzellenten Ruf für Kunden hat, werden sich dort Entscheider bedienen. Das ist also prinzipiell interessant für Anbieter. Bis zu dem Zeitpunkt, wo alle Anbieter die Community stürmen und bspw. ein drastisches Überangebot erzeugen oder sich gegenseitig die Preise verderben. Genau das ist bereits mit verschiedenen Handwerksplattformen passiert. Und es wird auch auf den Plattformen geschehen, wo sich Programmierer, Online Marketer oder Projektanbieter im Übermaß Konkurrenz machen. Kann man da mit purer Qualität und exzellenter Reputation alleine gegenhalten? Das wird schwierig, weil man genau so im Konzert der Vielen untergehen kann, wie in den Suchmaschinen. Irgendjemand wird immer billiger sein und ob der Kunde auf den ersten Blick die Exzellenz eines Anbieters überhaupt erkennen kann, steht auf einem ganz anderen Blatt.

In so fern halte ich eine Konzentration alleine auf eine oder zwei Managementplattformen oder dergleichen für ziemlich gefährlich. Man weiß ja auch nie im Voraus, was der Plattformanbieter macht. Er kann Preise heraufsetzen, die Plattform kann an Attraktivität verlieren – alles denkbar und alles schon passiert. Gleiches gilt übrigens auch für Verkaufsplattformen. Wer ohne eigenen Shop nur auf Amazon setzt, liefert sich sowohl diesem Preismodell, wie auch der Konkurrenz völlig aus. Amazon kann jederzeit interessante Produkte selbst anbieten oder den Händler sanktionieren. Gehts mal richtig schief, bricht alles zusammen.

Märkte, Märkte, Märkte!

Es wäre dumm, sich alleine von Google abhängig zu machen. Genau so dumm ist es, einfach Google zu ignorieren. Hier werden sehr oft auch persönliche Interessen eine Rolle spielen. Gerade werden reihenweise vermeintlich tolle Angebote als bessere Alternativen zu Google aufgeführt. Kann sein, muss aber nicht. Weil die Meinungsbildner vielleicht ja auch ihre eigenen oder befreundete Systeme pushen möchten. In jedem Fall wird es arg sportlich, wenn ein großes Überangebot entsteht. Das sehe ich beispielsweise in verschiedenen Plattformen für Programmierer, Online Marketer oder auch Interim Manager. Zwar fehlt das Hauen und Stechen wie auf Xing (schreckt Kunden eher ab) aber es sind idR viel mehr Anbieter als Aufträge vorhanden. Was wiederum zu den oben beschriebenen Mechanismen führt.

Was also tun? Selbst suchen (oder einen guten Online Marketer suchen lassen!), was sich wo lohnt. Das kann Adwords sein. Das kann eine Vermarktungsplattform sein. Das können besondere Mobilangebote sein. Auch soziale Netze sind bedenkenswert. Und dabei bitte nicht nur auf die großen Flaggschiffe wie Facebook, Linkedin oder Xing gucken. Genau so gut können Fachforen und selbständige Communities punkten. Dabei sollte man auf jeden Fall den Kosten-Nutzen Faktor im Auge haben. Ob man sich beispielsweise auf einem Dienstleisternetz wie Gulp, Projektwerk und anderen Plattformen präsentiert – wenn ja, mit welchem Arbeits- und Werbeaufwand – muss jeder für sich entscheiden.

Schlau ist es in jedem Fall, mehrere Eisen im Feuer zu haben. Mit 4, 5 oder 6 unterschiedlichen Plattformen fährt man bedeutend sicherer als mit einer gefährlichen Abhängigkeit von nur einem Anbieter. Auch wechseln natürlich Marktanteile. Das gilt es, im Auge zu haben. Und natürlich ist der Dreh- und Angelpunkt die eigene Webseite oder der eigene Shop. Darauf lassen sich aus den unterschiedlichsten Kanälen die Kunden zuführen. Auch noch dann, wenn der ein oder andere Werbekanal schwächelt während andere, neue hinzukommen. Die einzig sinnvolle Strategie ist die Einbeziehung der Unbeständigkeit des Benutzerverhaltens und der Marktanteile der Plattformen. Am besten ist man vor den Neukunden dort, wo sie sich gerade hinbewegen…….. aber das ist wiederum ein ganz anderes Thema zur Strategie. Und ja, Google ist immer noch ziemlich wichtig – aber bei weitem nicht der einzige Umsatzbringer.

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